190408 BR2 WS Karl SchagerlDer Blick zurück auf die Bergrallye in Pöllauberg -  kommentiert von Werner Schneider - und die Erkenntnis daß Motorsport für Anrainer sehr positiv sein kann.

Pöllauberg - die 21. Was für ein Zuschaueransturm, nachdem das schlechte Wetter sich glücklicherweise zwei Tage vorverlegt hatte! Der Name Felix Pailer zieht nach wie vor die Massen in seinen Bann, unglaublich! Dabei war der Maestro aus Haslau bei Birkfeld echt gehandicapt: Er konnte überhaupt nur fahren, weil er irgendwo in einem Eck noch eine Halbachse für seinen Lancia entdeckt hatte, denn die schon lange bestellten neuen Exemplare waren noch immer nicht eingetroffen. Ein ähnliches Schicksal wie das seines slowenischen Markenkollegen Milan Bubnic, der gerne gefahren wäre, aber auch vergeblich auf seine Halbachsen gewartet hatte - vom gleichen Lieferanten übrigens.

Typisch für den wechselhafte Frühlingswetter dieser Wochen war, dass ein paar Leute gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe waren: Streckensprecher Sigi Rieger war unübersehbar grippig und der stellvertrende Rennleiter Jimmy Kahr fühlte sich auch noch nicht ganz wohl, nachdem er gerade erst eine Stirnhöhleneiterung hinter sich gebracht hatte. Beide machten ihren Job aber so gut wie eh und je. Ebenso natürlich wie Rennleiter Helmut Hähnel, Kahrs kongenialer sportlicher Partner. 190408 BR2 WS Reinhold TausReinhold Taus: Tragischer Klassensieger in Pöllauberg - Foto: Werner Schneider

Dass eine Motorsportveranstaltung auch abseits des finanziellen Gewinns für die Region Positives bewirken kann, zeigte sich in der langen Mittagspause, als in der langgezogenen Rechtskurve in der ersten Hälfte der Strecke ein Anrainer sich hektisch danach erkundigte, ob ein Arzt in der Nähe sei, weil seine betagte Mutter einen schweren gesundheitlichen Rückschlag erlitten hatte. Die Notärztin des Rennens war nur ein paar Schritte entfernt, stabilisierte die Patientin und sorgte schließlich für ihren Abtransport durch die ebenfalls direkt vor der Tür stehende Rettung ins nächste Krankenhaus. Durch den Zwischenfall begann der 1. Rennlauf zwar mit einer halben Stunde Verspätung, aber die wurde durch den sportbegeisterten und redseligen Langzeit-Bürgermeister von Pöllauberg problemlos überbrückt.

Der schwere Unfall nach der Zieldurchfahrt im 2. Lauf, als FIA-Hillclimb-Cup-Titelverteidiger Reinhold Taus seinen Subaru gründlich vernichtete, sorgte noch einmal für eine längere Unterbrechung und zudem für einen offensichtlichen Nervenzusammenbruch von Tochter Kerstin, die bis dahin den Vorstartbereich geregelt hatte (der danach für den Rest der Veranstaltung von Jimmy Kahr gemanagt wurde). Glücklicherweise blieb der Pilot aber von schweren Verletzungen verschont - Gruppe A-Autos sind glücklicherweise dank wenig Kunststoffteilen zwar deutlich schwerer, aber auch deutlich massiver als ein E1-Bolide.

Sportlich gab's wieder ein paar sogar große Überraschungen, wie man an den einzelnen Klassenergebnissen ablesen kann und der Streckenrekord von Karl Schagerl war wieder einmal jenseits von Gut und Böse. Er ist im Tourenwagenbereich wohl inzwischen auf einem ähnlichen Niveau angelangt wie Simone Faggioli und Christian Merli bei den Rennwagen: Streckenrekorde sind nur da, um gebrochen zu werden. Österreich und seine Umgebung sind für den Erlauftaler eigentlich längst zu klein. 


GewinnspielHinweis der Redaktion:
Ein Rückblick auf Pöllauberg 2018 findet sich auch im "Motorsport Jahrbuch 2018" welches wir Ihnen schon früher vorgestellt haben. 5 Exemplare davon werden von uns verlost, die Teilnahme an diesem Gewinnspiel ist bis 1.5.2019 möglich.

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